Tango Gedicht

Relief einer Lakonischen Palmette; hellenistische Periode
(Lichtbild digital überarbeitet)

Ein Leben lang

Arm in Arm

Takt um Takt

Schritt für Schritt

schweben wir wie eins durch die Musik,

tanzen und lachen,

während die Ewigkeit verfliegt.

In einer Hadesstille dann

hoffen wir auf ein weiteres Lied,

doch unsere Welt stürzt ein.

Ein letzter Blick, noch bin ich Dein,

noch eben haben wir den Tod besiegt.

Lebe wohl, Fremder!

Mir ist, als hätte ich Dich

ein Leben lang geliebt.

*****

Translation of the Tango poem in English (without lyrical adaptation):

A Whole Life

Arm in arm

Measure to measure

Step by step

we float as one through the music,

dance and laugh as eternity flies by.

Then, in a silence of Hades

we hope for another song,

but our world falls apart.

One last look, I am still yours.

We have just defeated death.

Farewell, stranger!

It feels like I have loved you

a whole life long.

Stehen zwei Griechen im Supermarkt

…sagt der eine zum anderen: „Du bist scharf!“ Antwortet der andere gechillt: „Ich weiß!“

Zugegeben, Witze zu kreieren ist nicht unbedingt meine Paradedisziplin. Aber es muss ja nicht immer schwere Kost sein. ;–) Was mich dazu inspirierte? –Vor wenigen Wochen habe ich im Supermarktregal folgende Entdeckung gemacht und konnte meinen Augen kaum trauen. Darf ich vorstellen? Das Duell der Saison:

„Scharfer Grieche“ vs. „Weißer Grieche“

Die Political Correctness von Aldi Süd* lässt zwar ein wenig zu wünschen übrig :–), aber mit der Aufnahme dieser beiden Brotaufstriche der Marke Ergüllü ins Sortiment hat der Discounter eindeutig Geschmack beweisen und auch Humor!

Natürlich wanderten die Dinger direkt in meinen Einkaufswagen. Und seither immer wieder! Mit Inhaltsangaben will ich mich hier gar nicht groß befassen. Die Liste ist kurz, was ich persönlich immer gutheiße. Beide Varianten basieren wohl auf Schafskäse. Aber ein Tipp am Rande: den „scharfen Griechen“ sollte man nicht unterschätzen!

Ergebnis: Ein klares Unentschieden. Mir schmecken beide Griechen super und ich hoffe, sie bleiben noch lange mit genau denselben Namen im Sortiment von Aldi. Am liebsten klatsche ich sie mir übrigens auf das neue ölige Ciabatta, das ebenfalls seit kurzem bei dem Discounter in der Brottheke zu finden ist. Am Anfang haben die Leute es geschmäht, weil sie es noch nicht kannten. Aber mittlerweile ist es in meiner Stammfiliale schnell abgegrast, ebenso wie meine beiden Griechen.

Na ja, wie sagt man so schön: Du bist, was du isst. :–)

Was auch immer bei Euch auf den Tisch kommt, ich wünsche Euch ein genussvolles Wochenende!

*Dies ist keine bezahlte Werbung.

Showtime!

Wie bereits in meinem letzten Post erwähnt, war ich im Frühling 2024 zu Gast auf einer orientalischen Tanzveranstaltung in Nordbaden. Gastgeberin war eine Bauchtanzkünstlerin, die seit vielen Jahren mit großem Erfolg traditionellen ägyptischen Bauchtanz praktiziert und unterrichtet. Ihre Haflas, wie solche Veranstaltungen genannt werden, erfreuen sich immer großer Beliebtheit. So auch diese.

Neben drei wunderbaren orientalischen Gruppentänzen, an denen ich insgesamt mitwirkte, hatte ich auf meinen Vorschlag hin die Gelegenheit, als eine Art Offtopic-Tanz, einen Tango Argentino vorzuführen. Der Schwerpunkt der Haflas liegt zwar naturgemäß auf dem orientalischen Tanz, jedoch bietet das Programm hin und wieder etwas Raum für Tänze aus anderen Kulturen. Diese Toleranz und Offenheit schätze ich sehr. Da sich die Idee des Bühnentangos relativ kurzfristig vor dem Veranstaltungstermin ergab, blieben meinem Tanzpartner Konstantinos, einem passionierten Hobbytänzer und aktiven Mitglied der deutschen und europäischen Tangoszene, den ich für den Showtanz gewinnen konnte und mir keine Zeit, um eine Choreographie zu konzipieren bzw. einzuüben.

Da wir beide jedoch ohnehin schwerpunktmäßig Tango de Salón praktizieren, dieser bekanntlich auf Improvisation beruht und auf sozialen Veranstaltungen wie Milongas getanzt wird, entschieden wir uns, dem tanzbegeisterten und anspruchsvollen Publikum dieser Hafla einfach einen spontanen und authentischen Tango zu zeigen. Durch eine Improvisation entfällt zwar komplett die Sicherheit und Struktur, die eine Choreographie bietet, aber gleichzeitig ist man als Tänzer absolut frei, die Musik nach Belieben zu interpretieren. Während unseres Austausches rund um den Auftritt brachte Konstantinos unser Konzept mit folgender Aussage sehr schön und treffend auf den Punkt: «θα χορέψουμε εντελώς αυθόρμητα με την καρδιά μας.». Zu Deutsch: „Wir werden ganz spontan nach Herzenslust tanzen.“

Mit diesem Vorhaben beabsichtigte ich, meine Freude am Tango zu teilen, eine Art kleine Brücke zwischen den jeweiligen Tanzspaten zu schlagen und beiläufig sollte mir dies auch als kleines persönliches Experiment dienen, mit dem ich folgende, für mich zentralen Fragestellungen klären wollte:

Seit mittlerweile drei Monaten besuchte ich keine Milonga mehr und auch keinen Unterricht oder Práctica, hatte insofern keinen einzigen Schritt Tango mit einer anderen Person getanzt, sondern allenfalls ein paar sporadische Technikübungen für mich allein daheim absolviert. Meine Praxis lag insofern seit einiger Zeit fast vollständig brach. Insofern war es für mich sehr spannend herauszufinden, ob es mir gelingen würde, trotz dieses Umstandes einen halbwegs ansehnlichen Tango hinzulegen.

Zwar schwirrten mir neben den komplexen Bauchtanzchoreographien, die ich mir merken musste, verschiedene Überlegungen und Sorgen um den geplanten Bühnentango in den Tagen vor der Hafla im Kopf herum, jedoch hatte ich aufgrund diverser Pflichten und Aufgaben im Alltag zum Glück nicht wirklich viel Zeit, um sie näher zu kultivieren und verbannte sie schließlich in eine Art innere Schublade. Wenn doch mal kurz Sorgen aufkamen, hörte ich mir einfach das von mir ausgewählte Lied, eine rockige Version von Carlos Gardels berühmtem Lied „Por Una Cabeza“ an. Das half mir zumindest mehr als jedes sinnlose Gedankenkarussell. Meine Liedwahl war übrigens eher atypisch, denn Ähnliches ist mir auf Milongas nicht auf die Ohren gekommen und bisher hatte ich nur zu den klassischen Orchestern oder zu Neotangomusik getanzt. Aber Tango auf E-Gitarre zu tanzen war etwas komplett Neues und stellte eine spannende Herausforderung für mich dar.

Foto: Yasemin Döger www.y-pix.de

Anzumerken ist, dass Konstantinos und ich kein eingespieltes Tanzpaar sind. Seitdem wie uns kennen, hatten wir uns bis dato lediglich dreimal auf Milongas getroffen und jeweils eine Tanda getanzt. Mehr nicht. Als Social Dancers waren wir es zwar gewohnt, inmitten vieler Leute Tango zu tanzen, jedoch nicht allein vor einem Publikum. Das ist etwas völlig anderes. Insofern war der Showtanz in verschiedenen Hinsichten eine Premiere. Es macht mir einfach Spaß, hin und wieder ganz bewusst meine Komfortzone zu verlassen und mich selbst herauszufordern. Der Grad zur Überforderung ist da manchmal sehr schmal.

Unmittelbar vor dem Auftritt fühlte ich mich – wie bereits bei den Bauchtänzen zuvor – aktiviert. Als unser Auftritt angekündigt wurde, war ich jedoch wild entschlossen, dieses Gefühl konstruktiv zu vertanzen. Ich schickte Konstantinos mit ein paar kleinen spontanen Empfehlungen im Gepäck voraus auf die Bühne und folgte ihm kurz darauf während des Intros. Die ersten Takte fühlten sich zwar etwas unentspannt an, aber im Laufe der Musik pendelten wir uns mit steigender Sicherheit ein. Wir tanzten schließlich und hatten einfach Spaß.

Mit dem Auftritt bin ich rückblickend insgesamt zufrieden. Vielleicht war unser Tango technisch nicht perfekt, aber dafür war er authentisch und nicht vorgefertigt. An diesem Abend sind wir definitiv über uns hinausgewachsen. In der Entwicklung eines Tänzers ist eine solche Darbietung vor Zuschauern ein Erfahrungswert, den man mit Gruppenkursen, Workshops oder Theorie nicht vergleichen oder ersetzen kann. Daher möchte ich jeden Tänzer – ganz egal welcher Tanzspate – dazu ermutigen, seine Freude am Tanz offen auszuleben und sich nicht mit einem Besen im Keller zu verstecken (hab ich während der Corona-Pandemie schon probiert^^) oder von seinen Selbstzweifeln unterkriegen zu lassen. Es ist kein Meister vom Himmel gefallen. Wie gut man tanzt, ist, anders als oft propagiert, nicht bloß eine Frage von Motivation oder Fleiß. Vieles hängt von Umständen und Faktoren ab, die man nicht oder nur bedingt beeinflussen kann, wie z.B. Gesundheit, Zeit, finanzielle Mittel (für Kurse und Einzelcoaching), individuelle Würde, sozialer und familiärer Rückhalt bei der Entwicklung, Gewährung besonderer Privilegien durch die Tanzschule, Wohlwollen des Lehrers u.V.m. Es gibt außerdem nach meiner tiefen Überzeugung kein schlechtes Tanzen, solange man sich selbst dabei treu bleibt und die eigene Persönlichkeit mittanzt. Insofern sollte man sich weder mit anderen vergleichen noch andere Personen imitieren, sondern einfach sein eigenes Ding machen.

Diese Hafla war ein actiongeladener, schillernder und lebensbejahender Abend mit tollen Menschen und viel positiver Energie, für den ich sehr dankbar bin und der mir immer in besonderer Erinnerung bleiben wird.

Ach übrigens, mein Rätsel konnte ich entschlüsseln: Tango sitzt in der Seele. Wo diese wiederum entspringt, ist ein anderes Thema….

Eine unsterbliche Stimme

Die menschliche Stimme gilt als Königin aller Instrumente. Im Falle von Maria Callas (*2.12.1923 – † 16.09.1977) zu Recht wie man an den unten aufgeführten Beispielen hört. Die griechische Opernsängerin war ein Ausnahmetalent, welches hohe Maßstäbe setzte. Ihre Stimme umfasste fast drei Oktaven und galt als besonders biegsam. In Mexiko erntete sie 1951 tosenden Applaus, als sie in „Aida“ den zweiten Akt der Siegesarie – entgegen der Partitur – überraschend mit einem perfekten ES3-Ton abschloss (vgl. Aufnahme unten).

Die letzten Tage im tragischen Leben der Diva erscheinen bald auf der Kinoleinwand. Angelina Jolie wurde die Ehre zuteil, sie in „Maria“ zu verkörpern. Regie führt Pablo Larraín.

Wie oftmals überdramatisierend berichtet wurde, soll die Sängerin an ihrem gebrochenen Herzen gestorben sein, genauer gesagt an ihrer unglücklichen Liebe zu Aristoteles Onassis. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Mit dem milliardenschweren griechisch-argentinischen Reeder führte sie eine On-Off-Affaire. Sie erlag mit nur 53 Jahren einem Herzinfarkt in Paris, der Stadt der Liebe wohlgemerkt. Ihre Urne ruht auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise.

Ob ein Mensch tatsächlich an Liebeskummer sterben kann, ist fraglich. Möglicherweise spielten auch andere Faktoren wie etwa der Lebensstil eine Rolle. Callas rauchte und bekanntlich ist Nikotinkonsum der Herzgesundheit auf Dauer nicht zuträglich. Seit einiger Zeit ist das Broken-Heart-Syndrom jedenfalls Gegenstand medizinischer Forschung. Einer Gruppe Kardiologen unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Templin ist es in Zusammenarbeit mit Neurowissenschaftlern der Universität Zürich 2019 gelungen nachzuweisen, dass das Takotsubo-Syndrom (TTS), wie man dieses medizinische Phänomen ebenfalls nennt, ähnliche Symptome wie ein Herzinfarkt verursacht. Ausgelöst wird diese pathologische Veränderung z.B. durch Stress oder auch emotionale Belastung. Die Forscher stellten einen Zusammenhang zwischen Hirn und Herzregulation fest. Aber auch fernab der westlichen Schulmedizin, ist diese Assoziation nicht unbekannt. In China glaubt man, das Herz sei der Sitz des Geistes (Shen). Es reguliere die Seele und die Wahrnehmung. Die Harmonie der Seele soll demnach von entscheidender Bedeutung für die Beziehungsfähigkeit eines Menschen zu anderen sein. Umgekehrt lässt dies wohl den Schluss zu, dass emotionale Belastungen oder schlechte Beziehungen Störungen des Organs verursachen können.

Woran auch immer Maria Callas letztendlich konkret gestorben sein mag – ihr Stimme bleibt unsterblich. Aber hört am besten einfach selbst:

Arie „Où est la jeune Hindoue“ aus der französischen Oper „Lakmé“
Siegesarie aus „Aida“ mit legendärem es3
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