Faszination Tango-Community – Teil 1

Stellt Dir vor, es ist Milonga und keiner geht hin. Keiner außer Dir und eine weitere Person, wie etwa Deine Begleitung oder vielleicht jemand Fremdes, den Du angenehm findest und mit dem Du grundsätzlich tanzen möchtest. Das Parkett glänzt, die Beleuchtung ist stimmungsvoll, der DJ sitzt artig am Pult und die Musik spielt. Alles ist perfekt. Nur die anderen Gäste fehlen. Würdest Du unter dieser Prämisse in der für Dich gewohnten Dauer dieser Milonga beiwohnen und auch die Anzahl von Tandas tanzen, die Deinem Durchschnitt entsprechen?

Nein? Warum nicht? Wie viele verschiedene Tanzpartner benötigst Du denn, damit die Milonga für Dich befriedigend ist? Oder anders gefragt: Ist der Genuss für Dich gemindert, wenn Du keine Aussicht darauf hast, schon bald in die Arme des nächsten Tanzpartners zu versinken? Wieviele Tänzer braucht man denn generell, um Tango zu tanzen? Und wieviele konkret, damit von einem sog. Social Tango die Rede sein kann? Wie viele Paare müssen auf der Piste sein, um eine Ronda bilden zu können? Gibt es da eine Mindestzahl? Wäre es denn überhaupt eine Milonga, wenn nur zwei Gäste anwesend wären? Was definiert die Milonga? Ist sie als soziale Begegnungsstätte für das Ausleben von Tango unabdingbar? Oder kann man den Tango nicht ebenso gut auch nur zu zweit leben? Und was ist eigentlich Zeit…?

Symbolbild „Two little dancers“ von John-Drysdale

Zugegeben, die letzte Frage hat hier nix verloren. :–P Ich wollte nur mal checken, ob Du noch da bist. Die Aufmerksamkeitspanne der Menschen scheint generell immer kürzer zu werden. Kein Wunder bei dem vielen Input.

Autonomie

Dieser Beitrag beabsichtigt nicht, all die oben aufgeworfenen Fragen detailliert und gesichert zu beantworten. Auch sollen sie keine Anklage darstellen. Ich möchte andere Tangotänzer lediglich dazu ermutigen, sich nicht von anderen wie etwa Profis, Lehrer oder Vorbildern der Szene vorkauen zu lassen, was genau Tango bedeutet und wie man ihm am besten fröhnt, sondern sich auf eine eigene, autonome Entdeckungsreise zu begeben. Besonders als Anfänger ist man sehr anfällig für Lehren, aber ebenso auch Irrlehren. Tango ist nicht per copy and paste zu erobern, auch wenn Nachahmung den Lehrer ehren mag, sondern eine sehr persönliche Sache, nämlich ein künstlerisches Sprachrohr der individuellen Persönlichkeit. Eure Idole können Euch also nur die Tür zeigen. Aber hindurchgehen müsst Ihr letztendlich alleine. ;–) Und genauso müsst Ihr alleine, also selbständig den Tango und seine mannigfaltigen Möglichkeiten erforschen, um eines Tages vielleicht ‚Erleuchtung‘ zu erlangen.

Dies bedeutet konkret, Strukturen, Definitionen und Begebenheiten, die uns als unerschütterlich serviert werden, zumindest hin und wieder auf den Prüfstand zu stellen und auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Allgemeingültigkeit hin zu hinterfragen. Denn nichts von dem, was wir im Tango gewohnheitsmäßig als Tradition verstehen, ist tatsächlich in Stein gemeißelt. Allenfalls gibt es eine Art Konsens unter Tangotänzern sowie Tangokulturschaffenden, den es zu respektieren gilt, d.h. wenn man diesen Personenkreisen angehören möchte. Aber realistisch betrachtet ist wohl kaum jemand unter diesen vermeintlichen Galionsfiguren Zeitzeuge der Geburtsstunde des Tango. Und selbst diejenigen, die die Geschichte des Tango eingehend studiert haben und diese als Experten weitertragen, formen sie selektiv nach ihrem eigenen ganz persönlichen Geschmack. Das geschieht unbewusst.

Kurzes Beispiel: die Ronda. Überall lernt man, sozial würde Tango ausschließlich gegen den Uhrzeigersinn in konzentrischen Bahnen getanzt werden. Demzufolge gilt die nicht einhalten als regelwidrig und unsozial. Aber nach meinen Recherchen entspringt diese Ordnung dem Wiener Walzer und wurde lediglich auf den Tango übertragen. Demnach wäre die Ronda ein österreichischer Einfluss. Dies lässt logisch den Schluss zu, dass die Paare in den frühen Anfängen entweder einer anderen Ordnung folgten, oder, was wahrscheinlicher erscheint, nach Belieben kreuz und quer durch den Raum tanzten. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme ist dies durchaus praktikabel.

Mein Appell geht aber nun keineswegs dahin, sich bezüglich aller Riten und Gepflogenheiten grundsätzlich in Opposition zu stellen. Das Rad wurde bereits erfunden und es läuft soweit ganz gut! Würden wir ausnahmslos alle Riten, Begebenheiten, Definitionen und Regeln aushebeln, wäre der Tango irgendwann bis zur Unkenntlichkeit verwässert und hätte mit seinen argentinischen und uruguaischen Wurzeln nicht mehr viel gemein. Was genau Tradition ist, entschlüsselt man am besten im lebendigen Austausch miteinander.

Um ihn also besser zu begreifen, kommen wir nicht umhin, ein besonderes Augenmerk auf uns selbst werfen. Schließen sind wir es, die die Maßstäbe setzen.

Wir im Tango

Wir als Tangobegeisterte, also Tangotänzer, Musiker, Veranstalter, DJs, Lehrer etc. bilden soziale Sphären, in denen wir uns immer wieder begegnen. Aber was bedeutet dies konkret. Sind wir bloß Teil einer losen Menge? Oder vielleicht eine Art Gang? Sind wir strukturiert und geordnet? Hierarchisch organisiert oder vielmehr chaotischer Natur? Pack schlägt sich – Pack verträgt sich?

Oft ist ja die Rede von der „Tango-Community„, die hochgehalten wird und nach einhelliger Überzeugung möglichst breit aufgestellt florieren sollte. Keine Ahnung, warum wir überhaupt einhellig diesen Anglizimus verwenden. Ich beoachte da ein besorgniserregendes Sprachdefizit in der deutschen Tangoszene. Viele Tänzer in der Community, die bereits seit Jahren hier leben, beherrschen kein oder kaum Deutsch oder haben es nicht sehr eilig mit dem Lernen. Ich mag die englische Sprache ja auch und verwende auch oft Anglizismen, wo die Alternativen unpassend erscheinen, aber de facto ist sie hierzulande keine Amtssprache. Spanisch würde da definitiv mehr Sinn ergeben als Englisch, zumal dies die Fachsprache des Tango ist. Aber gut, bleiben wir ruhig dabei. In der Community werden munter Werte und Regeln postuliert, oft jedoch offenkundig nicht immer konsequent gelebt, d.h. aktiv mitgetragen. Wie zum Beispiel Integration. Würde sie ausnahmslos engagiert und wohlwollend praktiziert werden, würden uns nicht immer wieder Berichte erreichen von Tänzern, die sich einsam, nicht gewertschätzt, von der Gemeinschaft ausgeschlossen fühlen und im letzten Schritt ihr Leiden beenden, indem sie das Exil suchen.

Big family?

Diese Tango-Community ist unstreitig von einem mehr oder weniger starken Wir-Gefühl gekennzeichnet ist. Manche Mitglieder romantisieren die Gemeinschaft deshalb als Familie, insbesondere solche, deren sozial-familiäre Verhältnisse zerrüttet sind. Sie neigen naturgemäß dazu, im Tango eine Art Ersatzfamilie erblicken. Aber den Tatsachen entspricht dies meist nicht und nur selten sind Beziehungen dauerhaft oder annährend so tiefgreifend, wie es bei biologischen Verwandtschaftsverhältnissen gemeinhin zu beobachten ist.

Beispiel: Bekommt eine Tänzerin oder ein Tanzpaar ein Kind, so jubeln viele Mitglieder den Zuwachs, der dann nicht selten auf Milongas präsentiert wird. Aber beim Jubeln und gutgemeinten Bekundungen sowie großzügig anmutenden Hilfsangeboten bleibt es in den meisten Fällen dann auch. Denn in der Regel übernimmt die Gemeinschaft keine oder kaum relevante erzieherischen Verpflichtungen gegenüber diesem ’neuen Mitglied der Tangofamilie‘ oder sichern es gar wirtschaftlich ab. Insofern sind Statements, die ein familiäres Miteinander postulieren, meist nur Schall und Rauch. Mehr als ein paar Tipps und Theorie sollte man da als junge Mutter oder Vater insofern nicht erwarten. Viele Menschen, und das gilt gesamtgesellschaftlich und keineswegs nur für den Tango, möchten Wärme und Geborgenheit empfangen und sich getragen fühlen, sind aber gleichzeitig kaum bereit, andere ebenso aufzufangen und zu tragen. Man ist sehr darauf bedacht, schwarze Zahlen zu schreiben. Genommen wird insofern gerne und großzügig – das Geben beschränkt sich in der Realität auf die herzliche Umarmung und diese endet auch schon mit dem Einspielen der Cortina. Über Missstände auf Milongas, die im Grunde Missstände in der Community sind, habe ich hier bereits ein wenig berichtet.

Wahre Freunde

Wenn die Gemeinschaft also keine Familie ist, so könnte man in ihr auf den ersten Blick einen großen Freundeskreis erblicken. Natürlich bilden sich innerhalb der Tango-Community Freundschaften, aber die Communities sind groß und überschneiden sich mit anderen. Klare, scharf abgegrenzte Personenkreise gibt es insofern nicht. Folglich ist nicht jeder Tänzer, den man flüchtig oder womöglich noch gar nicht kennt, automatisch ein Freund. Lediglich das Potential ist vorhanden. Nicht mehr und nicht weniger. Gleichermaßen das Potential einer Feindschaft, wohlbemerkt. Sich etwa gegenseitig den Trainingspartner auszuspannen, gehört leider auch zum Tango. Konkurrenzdenken und daraus resultierende Intrigen sind keineswegs dort seltene Phänomene, sondern an der Tagesordnung. Viele Mitglieder offenbaren eine beachtliche kriminelle Energie, wenn es darum geht, selbst voran zu kommen oder andere zu übervorteilen. Das ist Teil der dunklen Seite des Tango.

Angeachtet dessen, benötigen Vertrauen und Liebe, die eine Freundschaft kennzeichnen, üblicherweise Zeit sowie Energie um überhaupt zu gedeihen. Viele Mitglieder investieren sie gar nicht ernst mühsam, sondern gehen direkt über in eine Art Instant-Freundschaft, in welcher man die Vorzüge einer intimen und vertrauensvoll anmutenden Verbindung zwar genießt und großzügig Umarmungen austauscht, aber bei genauerem Hinsehen meist nur an der Oberfläche verweilt. Denn öffnet man sich hingegen wirklich einem anderen Menschen, impliziert dies nicht nur die Offenlegung der Lebenerfolge, sondern auch der Misserfolge, was letztendlich verwundbar macht. Das Risiko gehen immer weniger Menschen leichtfertig ein. Lieber zeichnet man ein bestimmtes Bild von sich vor, ähnlich wie auf Social Media.

In der Tango Community ist das nicht wirklich anders. Die Leute gieren geradezu nach Glanz und Glamour, nicht nach unschönen Fakten oder stimmungskillenden Schicksalsschlägen. Davon will man nichts hören. Tango will schließlich gefeiert werden, nicht betrauert. Wir sind keine Trauergemeinde! Übrigens ist die Milonga ein prima Ort, um die Flucht zu ergreifen und in der Menge abzutauchen, wenn ein Gespräch unangenehm oder langweilig wird. Schließlich wollen die meisten Besucher ihre Energiereserven dort auffüllen und nicht entleert bekommen. Diese Möglichkeit hat man im eingehenden Szenario natürlich nicht. Da bleibt nur die vollständige räumliche Flucht.

Surrogates

Einige unter euch Tangotänzern denken sich nun vermutlich: „Moment mal, ich habe viele Freunde im Tango! Außerdem dreitausend Kontakte auf Facebook. Ich verabrede mich auch gerne mit meinen Leuten. Sie sind real.“ Klar sind es echte Menschen, mit denen wir da verkehren. Nicht etwa „Surrogates“ wie im Film mit Bruce Willis. Das stelle ich auch überhaupt nicht in Abrede. Aber wir sind auch nicht soooo weit von dieser Dystopie entfernt, wie wir glauben: Zwar schicken wir nicht unsere hochentwickelten Roboter, die mit uns verlinkt sind, hinaus in die Öffentlichkeit, aber wir tragen dennoch Masken im Umgang miteinander. Frag Dich doch einmal selbst: Wie viele Deiner Tangofreunde kennen Dich wirklich? Wieviele glaubst Du, umgekehrt genau zu kennen?

Bleiben wir bei den Fakten: Was die vermeintliche Freundschaftspflege anbelangt, drehen sich die meisten Verabredungen irgendwie ausschließlich um den Tango, als wäre er unsere einzige Existenzebene. Aber Tango ist, realistisch betrachtet, nur ein kleines Puzzelteil davon. Tänzer treffen selten einfach nur so auf einen Kaffee oder einen Restaurantbesuch, zumindest nicht ohne dass davor oder danach getanzt wird oder ohne dass der Tango zumindest thematisiert wird.

Ich selbst genieße es übrigens auch, mit kultivierten Leuten über Tango zu reden, aber genauso und vielleicht sogar etwas mehr genieße ich es, mit ihnen über alle möglichen anderen Themen zu philosophieren und bewusst einen großen Bogen um die gemeinsame Leidenschaft zu machen. Das finde ich irgendwie reizvoll. Solche Gespräche sind für mich die fruchtbarsten, denn damit tritt man gemeinsam mit dem Dialogpartner den Beweis an, dass man ein Leben neben, vor oder hinter dem Tango hat, das ein Gespräch wert ist. So fühlt man sich als ganzer Mensch wahrgenommen und gewertschätzt, nicht eben nicht nur als Tango-Surrogate.

Zwischenfazit

Aber für die meisten geht nunmal Kuscheln klar vor echtem und lebensnahem Austausch. Nach meiner persönlichen Erfahrung und Beobachtung sind die meisten freundschaftlichen Verbindungen bis auf ein paar Ausnahmen jedenfalls keine wahren Freundschaften, sondern vielmehr solide Bekanntschaften. Vielleicht vergleichbar mit geschätzten Klassenkameraden. Nicht zuletzt lernen wir ja auch gemeinsam.

Im Zwischenergebnis sind wir also weder ein Familienclan noch ein überdimensionierter Freundeskreis. Aber was sind wir dann?

Lightsaber Experience

Schon in meiner Kindheit hat Star Wars meine Phantasie beflügelt. Das Konzept der Macht…ihre Helle Seite…ihre Dunkle Seite…die gerissenen Sith….die tugendhaften Jediritter… Ich glaube, Luke Skywalker war meine erste große Liebe. Später stand ich dann doch etwas mehr auf Schurken wie Han Solo. Allerdings hat dieser nur einen Blaster, den er zwar treffsicher einsetzt und zugegeben lässig um den Finger wirbelt, aber mit der eleganten Waffe der Jedi kann dieser nicht mithalten: dem Lichtschwert, dessen Klinge in 360 Grad alles schneidet außer ihresgleichen. Zwar ist es fiktiv und kann nach derzeitigem Stand der Wissenschaft (noch) nicht gebaut werden, aber an der Faszination der Fans ändert dies nichts.

In den Episoden IV bis VI waren die Choreographien noch nachvollziehbar. Ab den Episoden I bis III gewannen die Kampfszenen mit Lichtschwertern eine ganze neue Dimension dank Anakin Skywalker, dem jungen Obi-Wan Kenobi und nicht zu vergessen – Darth Maul mit seiner coolen Doppelklinge. Die Choreographien wurden komplexer und sehr viel dynamischer. Das Auge kam da kaum noch mit. Insofern würde ich mir vielleicht gern eine Art Kompromiss zwischen älterem und neuerem Stil wünschen. Soweit ich weiß, sind die Techniken an die japanische Schwertkampfkunst Kendo angelehnt, aber vermutlich mischen da auch diverse andere Künste und Sportarten mit, um die Szenen visuell tiefer zu gestalten. Wer da mehr weiß, ist gerne eingeladen einen Kommentar zu hinterlassen.

Über den Bauchtanz, also auf Umwegen gewann diese alten Faszination wieder an Aktualität für mich. Genauer gesagt durch meine Beschäftigung mit dem Saidi-Tanz, bei dem ich in den vergangenen Monaten gelernt und trainiert hatte, einen 100 cm langen Bambusstock in verschiedenen Variationen zu drehen und zu manipulieren. Irgendwann experimentierte ich für mich alleine damit rum. Tanz und Musik blieben dabei jedoch außen vor. Irgendwie machte es mir Spaß, mich mit dem Stock zu beschäftigen. Auf der Suche nach Inspiration für weitere und anspruchsvollere Tricks recherchierte ich nach Videos rund um das Thema Stockdrehen und stieß auf die Videos von Michelle C. Smith, einer professionellen und charismatischen Stuntfrau mit beeindruckender Expertise in Stabturnen, diversen Bewegungssystemen und Kampfchoreographien. Besonders ihre Tutorial-Videos mit LED-Schwertern begeisterten mich, sodass ich prompt meinen Saidistock umfunktionierte und die erste Kombinationen in Star-Wars-Style übte. Da dieser jedoch sehr leicht bzw. zu leicht ist, tauschte ich ihn prompt gegen ein preiswertes LED-Schwert und übte weiter…

Um mein neues Interesse voranzubringen, recherchierte ich nach möglichen Kursen in Lichtschwerttechniken und wurde relativ schnell fündig: die Saber Academy in Karlsruhe. Ihr Saberproject war mir bereits aus den Showauftritten während der Science-Fictions-Treffen im Technikmuseum Speyer ein Begriff, jedoch hatte ich es bisher immer versäumt, mir rechtzeitig eines der begehrten Tickets zu sichern.

Meine Anmeldung bei der Academy war jedenfalls nur noch reine Formsache und so besuchte ich in Begleitung meiner Schwester, die ich zur Teilnahme genötigt hatte, am 9. Juni meinen ersten Basic-Workshop. An diesem sonnigen Wahlsonntag(!) brachen also zwei müde Kriegerinnen erwachsene Frauen im Morgengrauen auf, um endlich das Geheimnis des Lichtschwerts zu lüften!

Das Trainerteam hieß uns freundlich willkommen. Ich schätze so manch festen Händedruck! :–D Als dann auch die anderen Teilnehmer des ausgebuchten dreistündigen Workshops eintrudelten, stellten wir zu unserer Freude fest, dass wir unter „Gläubigen“ waren.

Aber wer nun an unkoordinierte, Plastikschwert schwingende Kids denkt, liegt Lichtjahre weit daneben! Denn das Training ist sehr professionell organisiert, systematisch strukturiert und körperlich und mental sehr herausfordernd. Die Unterweisungen von Trainer Timm Blaschke erfolgten ausnahmslos verständlich, gründlich sowie sicherheitsorientiert. Der Ablauf ist diszipliniert und geordnet. Zwar kann man mit den Acrylrohren, aus denen die Klingen der Lichtschwerter in unserer Galaxis bestehen, zum Glück niemanden enthaupten, aber weh tut es trotzdem, wenn man die Hiebe nicht sauber ausführt. Zudem steckt in den Griffen viel Technik, die für Licht und Sound sorgt. Die robusten Schwerter halten eine ganze Menge aus!

Die Fertigkeiten, die im Workshop vermittelt werden, sind zwar nicht dazu gedacht, um sich damit in einem authentischem Schwertkampf zu behaupten, sondern dienen rein choreographischen Zwecken. Anhand der Elemente, die dort gelehrt werden, sollen die Teilnehmer jedoch dazu befähigt werden, wie in einer Art Baukastensystem eigene Kampfchoreographien zusammenzustellen. Und das funktionierte auch, denn gegen Ende des Workshops bekamen wir eine viertel Stunde Zeit, um mit unseren Sparringspartnern eine Kurzchoreo für ein Duell zu entwerfen, die wir anschließend vorführen sollten. So gewannen wir eine Ahnung oder besser gesagt den Hauch einer Ahnung davon, wieviel Arbeit und Kreativität in den meist kurzen Filmsequenzen steckt und wie intensiv unsere Filmhelden für diese spektakulären Momente trainiert haben müssen.

Fazit: Viel zu lernen ich noch habe! :–D Nach dieser intensiven Begegnung mit dem Lichtschwert fühlte ich mich jedenfalls wie eine waschechter Padawan und ging am Nachmittag bestens gelaunt ins Wahllokal, um die Dunkle Seite der Macht mit vorerst friedfertigen Mitteln zu bekämpfen….

Mein Besuch auf der FedCon 2024

Diese Liste könnte man ewig fortsetzen….

Mein mittlerweile vierter FedCon-Besuch im Maritim Hotel Bonn vor gut einer Woche war auch dieses Mal wieder ein Sack voll Spaß! Von der FedCon im Vorjahr hatte ich hier bereits berichtet. Die größte Science-Fiction-Messe Europas stand diesmal im besonderen Zeichen von „The Orville“ sowie „Star Trek: Strange New Worlds.“

Im Unterschied zu früheren Besuchen war ich diesmal nicht bloß dabei, sondern mitten drin. Zuvor ging ich immer in „zivil“ oder trug allenfalls das eine oder andere Fan-Shirt, aber diesmal entschieden meine Begleitung und ich uns, am Samstag als Weltraumprinzessinnen im 70er Stil ein wenig Verwirrung zu stiften. Jaaa richtig gelesen! Dies gelang uns auch, denn schon im eigenen Hotel begrüßte uns der junge Rezeptionist in der Lobby, der schon einige seltsame Gestalten an diesem Wochenende gesehen haben dürfte, mit einem verblüfften und lauten „Wow!“ und fiel fast rückwärts. :–D Auf der FedCon-Party eingetroffen, erregten wir mehr Aufmerksamkeit als gedacht. Ob ich wieder kostümiert gehen würde, weiß ich noch nicht. Aber es war eine interessante Erfahrung!

Viel haben wir uns zugegeben diesmal nicht mit Panels aufgehalten. Mit 3.-Klasse-Fahrkarte Tagesticket wird man im großen Saal Maritim mittlerweise rigoros nach oben auf die Tribüne verbannt, von der aus man nicht wirklich viel sieht. Selbst dann, wenn unten in den Blöcken noch genügend Plätze frei sind. Das wollten wir uns nicht geben.

Da viele Gäste erfahrungsgemäß später Videos und Fotos von den beliebten Star-Panels auf Social Media teilen, besuchten wir stattdessen lieber kleinere Panels und Vorträge wie zum Beispiel die Buchpräsentation von „Im Zeichen der Macht“ von Marco Frömter, die einen interessanten Überblick über die wertvolle Pionierarbeit bot. Ansonsten unterhielten wir uns bevorzugt mit anderen Gästen, Cosplayern und Ausstellern oder futterten uns von einem Foodtruck zum nächsten.

Fazit: Auf eurem Planeten hat’s uns ganz gut gefallen. Wir werden ihn daher vorerst verschonen! :–P

Hier noch ein paar Eindrücke:

Außenbereich mit Foodtrucks
Einfach nur cool: Cosplay-Gruppe zum SF-Klassiker „Fifth Element“
Foyer Maritim Hotel
Unendliche Warteschlange im OG für die Autogrammstunde am Samstag
Der Rancor-Pfleger Malakili aus „Rückkehr der Jedi-Ritter“
hat seinen Verlust inzwischen verwunden. :–D
Unter dem Glasdach des Maritim Hotels war es wie immer heiß wie auf Tatooine….
Für jeden das passende Lichtschwert!
Fertig für die legendäre FedCon-Party
Trotz Kostüm ganz bei mir…
After FedCon…. :–D

Im Sternentheater

Diese Woche Donnerstag besuchte ich mit meiner besten Freundin eine der aufschlussreichsten und anspruchsvollsten Vorträge, die ich bisher im Planetarium Mannheim gehört habe und dieses ist quasi unser zweites Wohnzimmer seit vielen Jahren unser Tempel des Wissens und des Friedens.

Das Thema lautete „Wie Neutronensterne und Schwarze Löcher Gold schmieden“ Gastredner war der Wissenschaftler Dr. Andreas Bauswein. Nach seinem regelrechten Crashkurs in Chemie und Physik und seinen Erläuterungen über Neutronensterne, Gravitationswellen, Nukleosynthese, s- und r-Prozesse usw. rauchte mir als Geisteswissenschaftlerin zugegeben ganz schön der Rübe… :–) Aber dafür weiß ich nun, woher das Gold stammt…oder bilde mir zumindest ein, ein bisschen was verstanden zu haben. Hochspannend jedenfalls!

Freizeittipp: Planetarium

Seit dem Ende des Lockdowns läuft das Planetarium mit seinen interessanten Programmen, Lichtershows, Vorträgen und VIP-Gästen geradezu zu Höchstform auf. Vor nicht allzu langer Zeit war sogar ESA-Astronaut Matthias Maurer zu Gast, erzählte Spannendes von seiner Mission „Cosmic Kiss“ und stellte mit seiner Co-Autorin, der Jounalistin Sarah Konrad, sein gleichnamiges Buch vor. Ein Highlight ist aber auch etwa die jährliche Star-Trek-Vorlesung von Dr. Hubert Zitt. Ebenso genießt der Vortrag „Stern von Bethlehem aus astronomischer Sicht“ von Dr. Christian Theis, dem Leiter des Sternentheaters, wie er das Planetarium gern in liebevollem Ton nennt, besondere Tradition zur Weihnachtszeit.

Foyer des Planetarium Mannheim mit altem Zeiss-Sternprojektor links

Mein liebste Show unter den astronomischen Programmen war lange Zeit „Schwarze Löcher“, eine Produktion des Clark Planetarium in Salt Lake City, USA. Mittlerweile schaue ich mir jedoch gerne die „Auroras“ an. Wunderschön und entspannend. Meine besondere Empfehlung ist allerdings „Ziel Zukunft – Vom Jetzt bis zur Ewigkeit“, eine hochinteressante Vision von der Zukunft unserer Erde und dem gesamten Universum, die mich aufgrund ihrer nüchtern-apokalyptischen Darstellung in besonderer Weise fasziniert und zugleich auch irgendwie betroffen macht. Allesamt Meisterleistungen, die man sich als Astronomie- und Wissenschaftsfan nicht entgehen lassen sollte.

Besuch des Vortrags „Cosmic Kiss“

Früher erlebte ich unter der Kuppel oft gähnende Leere, selbst an Wochenenden. Aber nun sind viele Vorstellungen, die ich besuche, stark ausgelastet oder gar voll besetzt. Manchmal ergattern Spontanentschlossene kein Ticket mehr und gehen unverrichteter Dinge wieder heim. Das Pech hatte ich auch schon einmal. Seither reserviere ich mir meine Tickets immer rechtzeitig online.

Programm und alle Infos unter: https://www.planetarium-mannheim.de/

(Anmerkung: Dieser Beitrag schildert ausschließlich meine subjektiven Eindrücke als Besucherin. Die darin formulierten Empfehlungen erfolgen insofern aus rein privater Motivation.)

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